Die Entwicklung eines Unternehmensleitbildes gehört heute zum festen Bestandteil fortschrittlicher und umfassender Managementsysteme und ist Ausgangspunkt für die normativen, strategischen und operativen Ziele des Unternehmens. Mittels Leitbild formulieren Unternehmen, worin sie ihren grundlegenden Auftrag sehen, wie sie diesen Auftrag interpretieren bzw. was kennzeichnend für die Arbeitsweise ist und welche langfristigen Entwicklungsziele sich das Unternehmen selbst setzt. Die Ergebnisse dieses Leitbild-Entwicklungsprozesses münden in dessen Veröffentlichung.
Die Erstellung eines Leitbildes ist somit der erste Schritt einer aktiven Zukunftsplanung. Die Erarbeitung und Implementierung eröffnet die Chance, ein gemeinsames, partizipatives Verständnis vom eigenen Unternehmen und dem zukünftigen Weg des Unternehmens zu entwickeln, dabei unterschiedliche Sichtweisen zu berücksichtigen und zu einer kraftvollen Leitlinie für alle Mitarbeiter zusammenzufassen. Hierzu bedarf es sowohl einer verantwortlichen Unternehmensleitung wie eines zielorientierten Diskussions- und Entwicklungsprozesses unter Mithilfe von Führungskräften und Mitarbeitern.
Der Leitbildinhalt
Für den Leitbildinhalt ergeben sich einige wesentliche Anforderungen:
- Er muss mit seinen Aussagen, ohne völlig unrealistisch zu wirken, in die Zukunft weisen, um innerhalb der Belegschaft Motivationspotenziale zu eröffnen.
- In der Beschreibung zukünftiger Szenarien und Werte sollte eine Verbindung zu den Wurzeln der Organisation und der aktuell gelebten Werten hergestellt sein.
- Über die Inhalte des Leitbildes sollte innerhalb der Organisation eine möglichst hohe Akzeptanz angestrebt werden.
Der Entwicklungsprozess eines Leitbildes
Bei der Erarbeitung eines Leitbildes gibt es einige wesentliche Aspekte zu berücksichtigen. Der Inhalt für den Erstentwurf erfolgt durch die Erarbeitung der Mitglieder der obersten Führungsebene. Sie erfolgt idealerweise innerhalb eines Workshops unter der Teilnahme von Organisationsmitgliedern, die auch die Perspektiven aller wesentlichen Interessengruppen einnehmen können (z. B. Vertrieb und Marketing für den Kunden, Betriebsrat für Mitarbeiter). Der Erstentwurf wird anschließend von einer Arbeitsgruppe ausformuliert, in einem Top-Down- Bottom-up-Ansatz mit möglichst vielen Mitgliedern diskutiert und bei Bedarf durch deren Anregungen ergänzt. Dieser Entwurf geht dann zurück in die Arbeitsgruppe, in der die zuvor gewonnenen Anregungen eingearbeitet werden. Danach sollte der überarbeitete Entwurf möglichst nochmals mit den Organisationsmitgliedern diskutiert und die Möglichkeit für weitere Änderungsvorschläge aufgenommen werden. Mit den eingebrachten Änderungswünschen geht der Entwurf zur letzten Überarbeitung zurück in die Arbeitsgruppe.
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Der Umsetzungsprozess
Durch strategische Projekte und unterschiedlich strukturierte Zielvereinbarungsprozesse sowie daraus abgeleiteten, gezielten Maßnahmen erfolgt nach der Veröffentlichung des Leitbildes deren schrittweise Umsetzung. Ein Leitbild darf jedoch nicht nur auf dem Papier stehen, es muss gelebt werden. Hierzu sind z. B. Verankerungen in Einstellungsverträgen, Personalauswahl und Beurteilungsverfahren sowie in Personalentwicklungsplänen wichtig und notwendig.
Gefahren bei der Leitbildentwicklung
Die Glaubwürdigkeit des Leitbildes hängt stark von der Umsetzung der wertbezogenen, inhaltlichen Aussagen ab. Fehlende Umsetzung oder gar die folgenlose Duldung von Verletzungen einzelner Leitbildaspekte haben dann eher Demotivation bei den Mitarbeitern zur Folge statt einer zielgerichteten Bündelung der Unternehmenskräfte. Ein solches Leitbild kann nie richtig mit Leben erfüllt werden. Aus diesem Grunde sollte ein Leitbild erst dann wirklich entwickelt werden, wenn die Absicht besteht, die inhaltlichen Aussagen auch wirklich umzusetzen.
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