Veränderungsprozesse sind nichts Neues in Unternehmen. Organisationen sind jedoch heute mit viel weitreichenderen und tiefgreifenderen Veränderungen in immer kürzeren Intervallen konfrontiert. Dies erfordert die Fähigkeit, sich möglichst schnell und optimal auf Veränderungen einzustellen. Hierfür sprechen
- die weltweite Beschleunigung von Kommunikationsprozessen
- verkürzte Produktlebenszyklen
- verkürzte Produktentwicklungszeiten und
- die Erhöhung der Innovationsgeschwindigkeiten.
Die Anpassungs- und Veränderungsfähigkeit ist für Unternehmen heute ein wesentlicher Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb. Hieraus ergibt sich die Frage, wie diese Prozesse effektiver, effizienter und nachhaltiger gestaltet werden können, mit dem Ziel, innovationsförderliche und flexible Unternehmen zu schaffen? Tatsache scheint zu sein, dass Veränderungen in Unternehmen nicht so erfolgreich sind, wie man glauben mag. In der Zeitschrift managerSeminare (Heft 101, Artikel: „Plädoyer für einen Wandel des Wandels“) wird sogar davon berichtet, dass 80 Prozent aller Change Prozesse scheitern.
Die Gründe für Fehlschläge sind vielfältig. Hier sind einige davon aufgezählt:
- Veränderungsmaßnahmen werden ohne vorherige umfassende Zustandsanalyse durchgeführt.
- Viele Change-Projekte haben einen reinen Programmcharakter und sind nicht eingebetet in eine übergreifende Unternehmensstrategie.
- Es fehlt an einer umfassenden Veränderungsstrategie und den notwendigen Planungs- und Umsetzungskonzepten für das Projekt.
- Es werden keine für das Veränderungsprojekt Verantwortlichen benannt.
- Notwendige Ressourcen werden gar nicht oder nur in unzureichendem Maße bereitgestellt.
- Das Change-Projekt wird mal gerade so neben der Tagesarbeit durchgeführt. Manchmal geschieht wochenlang nichts.
- Die Betroffenen (Mitarbeiter, Abteilungen usw.) werden nicht in den Veränderungsprozess einbezogen.
- Statt die Betroffenen ins Boot zu holen, werden sie durch Druck und Worst-Case-Szenarien verängstigt, ohne ihnen die Notwendigkeit, den Nutzen und die Unterstützung bei der Maßnahme zuzusichern.
Statt Rambomanier sind in Veränderungsprozessen Umsicht, Empathie und eine umfassende Umsetzungsstrategie wichtig.
Bildquelle: www.photocase.de
Change-Projekte sind sehr komplexe Prozesse. Sie erfordern ein umfassendes Verständnis über das Funktionieren von Organisationen und deren Mitgliedern. Wer Organisationen verändern will, muss deren Entwicklungsstand und Kultur berücksichtigen. Dies schon deshalb, weil Unternehmen nicht einfach so in jedem Maße veränderbar sind, wie es sich manche Initiatoren wünschen. So können schon „kleinste“ Veränderungen (z. B. Einführung von Zielvereinbarungen und Mitarbeitergesprächen) erhebliche Ausmaße annehmen, von Konflikten innerhalb des Unternehmens ganz zu schweigen. Der Zielzustand muss grundsätzlich mit der Unternehmensstrategie und den vorhandenen Instrumenten (z. B. Bewertungs- und Entlohnungsinstrumenten, Bonussystemen) kompatibel sein, da sich sonst weitere Konfliktfelder auftun können. Das Vorhaben ist ausreichend mit Ressourcen auszustatten, Projektverantwortliche zu benennen und für den Veränderungsprozess freizustellen. In der Planung eines Change-Projektes sind folgende Kriterien unverzichtbar:
- die konkrete Ausarbeitung und Formulierung des gewünschten Zielzustandes (Festlegung übergeordneter Ziele / Teilziele)
- eine umfassende Analyse des Ist-Zustands (Ausgangszustand)
- Berücksichtigung von Strukturen, Verhalten und Kultur im Unternehmen
- umfassende Planung der einzelnen Phasen im Veränderungsprozess (Auftau-, Veränderungs-, und Stabilisierungsphase)
- Sorgfältige Auswahl von Schlüsselpersonen zur optimalen Unterstützung und Förderung des Vorhabens
- zielgerichtetes und auf den Veränderungsprozess abgestimmtes Kommunikationskonzept
- prozessorientierte Steuerung des Veränderungsprozesses (regelmäßige Zustandsanalyse, konstruktiver Umgang mit Widerständen und Konflikten, flexible und an situativer Gegebenheit ausgerichteter Nachsteuerung)
- die Betroffenen so umfangreich wie möglich in den Change-Prozess einbeziehen
- Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Beteiligte so schnell wie möglich handlungsfähig machen.
Wenn auch Sie Veränderungen in Ihrem Unternehmen planen und eine professionelle Begleitung oder gar einen Interimsmanager suchen,
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