Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Veränderungen die einzige Konstante in Unternehmen sind. Die Globalisierung der Märkte hat den Wettbewerb verschärft, Preis-Leistungs-Verhältnisse und Kostenstrukturen sind weltweit vergleichbar, die Bedeutsamkeit der ›Human Resources‹ wird immer offensichtlicher, die Zusammenhänge zwischen Kosten und Organisationsstrukturen werden immer deutlicher und die ökologischen Auswirkungen der industriellen Produkte werden mehr und mehr hinterfragt. Aufgrund der immer komplexer werdenden Anforderungen an Unternehmen stellt sich die Frage: Lassen sich Unternehmen heute und in Zukunft noch durch die traditionellen betriebswirtschaftlichen Konzepte steuern? Die Frage lässt sich mit einem klaren NEIN beantworten und ist inzwischen wissenschaftlich auch eindeutig untermauert (Bleicher und St. Galler Schule).
Was wir heute brauchen, sind integrierte Managementsysteme wie beispielsweise Total Quality Management oder ein auf ihr basierendes Business Excellence Modell. Unternehmen, die durch ein solches Managementsystem gesteuert werden, zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine höchstmögliche Zufriedenheit ihrer Interessengruppen (Stakeholder) anstreben. Total Quality Management oder Business Excellence haben zum Ziel, Unternehmen zu exzellentem Management und exzellenten Geschäftsergebnissen zu verhelfen.
Diesen umfassenden Ansatz erfüllen Oualitäts-Management-Systeme (QM-Systeme) wie die DIN ISO 9001:2000 nicht. Zwar werden sie zunehmend weiterentwickelt, in der Praxis sind vielfach die entscheidenden aber wichtigen Aspekte der Mitarbeiter- und Kundenorientierung sowie die Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verantwortung des Unternehmens nicht ausreichend entwickelt. Hinzu kommt, dass QM-Systeme oftmals nicht in ausreichendem Maße in die Unternehmensstrategie integriert sind und vielfach eher einen Programmcharakter aufweisen statt einen umfassenden Ansatz.
„Die Leistungskraft eines Unternehmers wird verkörpert durch die Qualität sämtlicher Mitarbeiter, die Qualität des Angebots und die Qualität des Rufes, den ein Unternehmen in der Öffentlichkeit genießt.“
Reiner Schulze van Loon (*1922), dt. Werbeagentur- Leiter, Hamburg
Total Quality Management oder ein auf ihr basierendes EFQM-Modell für Excellence berücksichtigt als ein integriertes Managementsystem:
- das Engagement und die Vorbildfunktion der Geschäftsleitung
- die strategische Ausrichtung des Unternehmens (Vision, Mission, Unternehmenszweck), um Mitarbeiter auf die erfolgsrelevanten Aktivitäten auszurichten
- Einführung eines umfassenden Change Managements
- die umfangreiche Vorbereitung und Einbeziehung der Mitarbeiter in der Planungs- und Integrations- sowie der Stabilisierungsphase, damit die neuen Sicht- und Verhaltensweisen nachhaltig im Unternehmen verankert werden können
- Prozess- und Qualitätscontrolling, um Ist- und Zielzustände besser definieren zu können
- die Einführung der Prozesskostenrechnung
- ein schlankes Management
- Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung zur Sensibilisierung, Weiterentwicklung und Stabilisierung im Hinblick auf neue / veränderte Aufgabenfelder
- eine hohe Kunden- und Mitarbeiterorientierung
- die Integration von Lieferanten bei der Neugestaltung wichtiger Geschäftsprozesse
- präventive Maßnahmen zur Qualitätssicherung
- die Festlegung von Zielen, Messgrößen, Zielerreichungsmaßnahmen, um die Kräfte im Unternehmen zu bündeln und effizienter zu führen
- eine ständige Verbesserung aller Unternehmensprozesse durch die Einführung des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP / KAIZEN)
- Benchmarking, um von den Besten im Markt zu lernen und sich ständig weiter zu entwickeln
Die Einführung eines solchen Systems ist eine lohnende aber auch langfristige Maßnahme. Sie ist nicht nur geprägt durch Veränderungen der Organisation und der Prozesse, sondern auch des Verhaltens und der Einstellungen der Belegschaft sowie der Unternehmenskultur. Während organisatorische Veränderungen in relativ kurzer Zeit vollzogen werden können, sind Verhalten oder Einstellungen von Mitarbeitern nur über einen längeren Zeitraum veränderbar. Geht es wie hier auch um die Unternehmenskultur, so ist gar mit mehreren Jahren zu rechnen.