Probleme und Engpässe im Unternehmen entstehen auf die unterschiedlichste Art und Weise. Vielfach liegt die Ursache darin, dass die an der Problemlösung beteiligten Menschen es nicht schaffen, sich von der ausschließlich eigenen Sicht der Dinge zu lösen und ihre Sichtweisen zu erweitern. Heute, zum Abschluss des Jahres 2005, möchten wir Ihnen eine Geschichte erzählen, die das Problem der einseitigen subjektiven Betrachtungsweise sehr anschaulich macht. Leider sind uns Autor und Verlag nicht bekannt. Trotz allem möchten wir Ihnen dieses doch geniale Werk nicht vorenthalten.
Die Blinden und der Elefant
Hinter Ghor lag eine Stadt, deren Bewohner erblindet waren. Ein König zog eines Tages mit Gefolge und einer Armee in die Gegend. Er führte einen mächtigen Elefanten mit sich, den er bei kriegerischen Angriffen einsetzte, und auch, um der Leute Ehrfurcht zu vergrößern.
Die Menschen waren neugierig, mehr über den Elefanten zu erfahren, und einige Blinde liefen in die Gegend, wo sie den Elefanten vermuteten. Dort angekommen, betasteten sie die Teile des mächtigen Tieres, die ihnen erreichbar waren. Und da sie über den Elefanten nichts wussten, waren sie überzeugt, nun die wahren Tatsachen zu kennen.
In die Stadt zurückgekehrt, wurden sie von Neugierigen umringt, die gespannt waren, die Wahrheit über Aussehen und Gestalt des Elefanten zu erfahren. Der Mann, dessen Hand ein Ohr betastet hatte, sagte: „Er ist groß und rau, so breit und ausgedehnt wie ein Teppich.“ Einer, der den Rüssel berührt hatte, sagte: „Ich kenne die wahren Tatsachen. Er ist eine gerade und hohle Röhre, schrecklich und zerstörerisch.“ Ein anderer, der die Füße und Beine des Elefanten berührt hatte, rief: „Ich sage euch, er ist ein mächtiger und starker Pfeiler.“ Und der Blinde, der den Schwanz des Elefanten in seinen Händen gehalten hatte, sagte: „Er ist ein riesiger Pinsel.“ Und der schließlich, der den Leib des Elefanten betastet hatte, meinte: „Glaubt mir, er ist eine wuchtige Tonne.“ Jeder hatte einen Teil von vielen berührt. Und weil keiner alles wusste, hatte jeder es falsch aufgefasst.
Dinge auch mit anderen Augen sehen
Eine Geschichte wie aus dem richtigen Leben, die deutlich macht, wie wichtig es ist, uns und unsere Umwelt auch mit anderen Augen zu sehen. Mit den Augen des Chefs, mit den Augen der Führungskraft wie mit denen der Mitarbeiter, der Abteilungen und der Kunden. Erst durch die Erweiterung unserer Perspektiven ist so manches Problem im Unternehmen wirklich zu beseitigen. Modern geführte Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die bestehenden unterschiedlichen Sichtweisen transparent und bearbeitbar zu machen.
Die Einführung einer Balanced Scorecard beispielsweise ist ein guter Ansatz zur Perspektivenerweiterung.
Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes und gesundes neues Jahr! Für Sie persönlich und für Ihr Unternehmen, wirtschaftlichen Erfolg und ein vertrauensvolles und motiviertes Miteinander.
Mit freundlichen Grüßen Ihr